"Challenge the Wind" (29.März 2015)

Midlum auf Föhr/ Start und Ziel
Midlum auf Föhr/ Start und Ziel
Die Strecke
Die Strecke
Startnummer
Startnummer
Bild: Föhr-Marathon.de
Bild: Föhr-Marathon.de
Bild: Föhr-Marathon.de
Bild: Föhr-Marathon.de

Der 4. Föhr-Marathon startet am 29.März 2015 um 9:30 Uhr, gemeldet sind 103 Läufer(-innen), 16 Staffeln und einige HM Teilnehmer. Die HM Teilnehmer können sich für 2 verschiedene Startzeiten anmelden. Um 9:30 Uhr gemeinsam mit den Marathonis starten oder um 11:30 Uhr für den Langschläfer-HM. (sehr schöne Idee!!)

 

Der Startschuss erfolgt an der Grundschule in Midlum. Bei “Schittwetter“, schwarzer Himmel, Regen, starker Wind und gefühlte minus Grade, befinden sich nahezu alle Teilnehmer und Zuschauer in der Sporthalle oder in den Gängen der Grundschule. Warmlaufen ist nicht, jedenfalls 15 Minuten vor dem Start noch nicht. Vielleicht hätte ich doch im Bett bleiben sollen, dieser Gedanke wird mir heute nicht nur einmal durch den Kopf gehen. Allerdings starte ich heute gemeinsam mit meiner Tochter Caroline, sie hat für den HM gemeldet und da kann ich ja die Startgebühr nicht einfach verfallen lassen.

 

5 Minuten vor dem Start kommt etwas Hektik auf und die Läufer bewegen sich gezwungener Maßen aus dem warmen, trockenen Bereich der Schule nach draußen. Irgendwie laufen wir jetzt alle los, den Startschuss habe ich nicht gehört, der Wind ist einfach zu stark.

 

Das erste Teilstück (5 km) bis zur Promenade ist recht anstrengend, immer noch Regen, von vorne, heftig ins Gesicht und natürlich Wind. Wir Laufen auf der Strandstraße direkt an den Südstrand und plötzlich - Windschatten - . Eine Wohltat! Und das für die nächsten 10 km. Hier ist die schönste Strecke. Am Leuchtturm vorbei, die Promenade entlang zum Hafen und dann schön im Windschatten des Deiches bis zu km 15. Bis hier ist alles Klasse. Nun am nördlichsten Punkt der Strecke über dem Deichkamm und der „Wind“ kommt brutal von vorne!

 

Die Strecke führt nach Midlum, Ziel für die HM-Läufer, der rechte Teil der liegenden „8“ ist absolviert und mein Leiden beginnt.

 

An den Verpflegungsständen  gibt es warmen Eistee und kaltes Wasser, obwohl ich genau weiß, dass ich den Eistee nicht vertrage, möchte ich doch auf die innere Wärme nicht verzichten. “Trinke immer nur das, was du im Training getestet hast und versuche im Wettkampf nichts Neues.“ Wie oft habe ich das schon gesagt und immer predigerartig wiederholt?

 

Naja, trifft ja nicht auf mich zu…… denkste! Na jedem km geht es mir schlechter, mein Magen kehrt sich nach außen. Auch der Gegenwind bleibt bis ca. km 35 massiv, manchmal muss ich mich nach vorne „werfen“ um das Gefühl von Laufen zu haben.

 

Auf dem zweiten Teil der liegenden „8“ ist für mich das einzig aufregende, eine Überholung durch einen Langschläfer, das kommt durch meinen langsamen Trab recht häufig vor. Die Motivation schwindet. Ich bin ja ein erfahrener Läufer und suche mir dann ein Mandra. Mandras wirken subtil, allmählich aber unausweichlich.

 

Ich wiederhole fast minütlich: „ Föhr ist meine Lieblingsinsel, hier bin ich schon fast jeden Weg mit viel Freude gelaufen, aber 42 km am Stück laufe ich hier nie wieder.“

 

War dann doch nicht wirklich positiv.

 

Auf der Strecke laufen wir an Borgsum vorbei , streifen Süderende bei km 30, weiter nach Witsum und bei km 35 nach Goting. Hier darf ich bei einer sehr netten Helferin die Toilette benutzen. Vielen Dank.

 

Auf den letzten 7 km (Laufrichtung Norden) sollten wir eigentlich Rückenwind haben, von dieser Art der Unterstützung habe ich leider nichts gespürt, obwohl ich von einem, auf dem Fahrrad vorbeifahrendem Streckenposten darauf aufmerksam gemacht wurde. Der junge Mann kam mit dem  Mountain Bike an mir vorbei, hatte allerdings keinen  Gepäckträger montiert und konnte mich somit  auf meine Anfrage, als Tramper, nicht mitnehmen. Ich musste dann wohl oder übel selbst zu Ende laufen. Am Ziel warteten (durchgefroren)  Silvia und Caroline auf mich. Caroline hatte ihren HM gefinished und sah trotz der Kälte schon wieder erholt aus.

 

 

Abschließend möchte ich bemerken, bei 82 Finishern war der schwierige letzte Teil der Strecke sehr eintönig. Das extrem schlechte Wetter und die aufgeweichten Feldwege waren für mich eine Herausforderung, meine Probleme mit dem Magen waren „hausgemacht“. Toiletten auf der Strecke waren nicht auffindbar, jedenfalls nicht da, wo ich sie benötigte. Durch die wenigen Zuschauer auf der Strecke (wahrscheinlich auch durch das schlechte Wetter verursacht), ähnelte das Ganze eher einem langen Trainingslauf als einem Wettkampf. Mir haben die Anfeuerungen der Zuschauer gefehlt.