Basel ist keine Marathonstadt

 

Leider kann ich kein Lob an die Veranstalter aussprechen und an die Zuschauer erst recht nicht. Zuschauer auf der Strecke waren so gut wie nicht vorhanden. Ich glaube, wenn man die Helfer an der Strecke gezählt hätte, dann wäre ihre Zahl um einiges höher als die der Zuschauer ausgefallen.

 

Ich bin bereits am Freitag angereist und wollte meine Startunterlagen abgeholt, das war leider nur am Samstag von 10-17 Uhr im Shopping Center St. Jakob-Park und Sonntag ab 6:30 Uhr Nähe Start möglich. Eine Läufermesse, wie angekündigt, fand nicht statt. Angeblich sagten alle Standbetreiber ab!! Der Starterbeutel war gefüllt mit einer  Wasserfalsche 0,5l, einem Nussriegel und einem einzelnen Traubenzucker. Sicherheitsnadeln zum Befestigen der Startnummer durfte ich mir freundlicherweise einpacken, ein Sponsor hatte Magnesium (Einzelportionen) verteilt. Ja, das war‘s dann auch schon. "Völlerei" in einer der reichsten Städte Europas!

 

Bevor wir einen Ausflug nach Wasserfallen unternahmen, wollte ich mich noch für den Lauf inspirieren lassen und schlenderte durch die Innenstadt. Ich war überrascht. Werbung für den Marathon konnte ich weder hier noch am Barfüsserplatz (Start- und Zielbereich) entdecken. Am Barfüsserplatz (18 Stunden vor dem Start) konnte ich noch keinerlei Aktivitäten feststellen, keine Aufbauten – nichts. Zum Glück hatte ich meine  Startnummer bereits in Händen, sonst hätte ich an einen morgigen Start nicht geglaubt.

 

 

 

  • Basel ist keine Marathonstadt

Der Startschuss fällt schon um 8:30 Uhr

  • Der Startschuss fällt schon um 8:30 Uhr

Sonntag 7 Uhr sitze ich in der Tram Richtung Innenstadt, mein Frust ist abgebaut und die Freude auf den Lauf steigt. Nach dem Warmlaufen unterhalte ich mich mit „Offiziellen“ und  einigen Pace Makern, dann erfolgt auch schon der Startschuss. Alles sehr unaufgeregt, auf die zwei Runden bis zum Ziel starten nur ca. 300-400 Marathonis. Das Läuferfeld kommt schnell in Schwung. Die erste Brücke (Wettsteinbrüche) ist schnell genommen, dann geht es auch schon das erste mal bergab. Viele Richtungswechsel, Brücken und steile bergab Stücke machen die Strecke ziemlich anspruchsvoll. Im Innenstadtbereich liegen sehr viele Trambahnschienen und falls man im Läuferpulk unterwegs ist, sollte man schon etwas aufpassen um sich nicht zu verletzen.


Die erste Runde ist bei angenehmen Temperaturen schnell genommen und ich hoffe für die zweite Runde mit mehr Zuschauer. Leider weit gefehlt, auch nach 10 Uhr kommt an der Stecke keine Stimmung auf. Immerhin sind die Basler schon wach. Immer mehr Radfahrer kreuzen die Strecke, einige haben wohl den gleichen Weg und "verfolgen" mich, immer mehr kommen auch von vorne direkt auch mich zu. Zum Glück gibt es auch engagierte Streckenposten, die eine Kollision vermeiden helfen. Die Absperrung der Laufstrecke erfolgte nicht durch Sperrgitter sondern durch Absperrband und ist somit sehr leicht zu umgehen.

 

Ab km 34,5 verläuft die Strecke zum Großteil am Rheinufer entlang, über die Dreirosenbrücke und Richtung Hafen. Bis km 40 erscheint mir die Stadt menschenleer! Jetzt dem Zentrum nahe sollte sich das ändern, aber weit gefehlt, niemand interessiert sich für uns Läufer. Am Marktplatz, kurz vor dem Ziel, höre ich etwas Musik und den Kommentator an der Ziellinie, der die ankommenden Läufer zu ihrem finish gratuliert. Die letzten Meter werde ich von Axel begleitet, das Highlight auf der Strecke.

 

So wie der Starterbeutel, so ist auch die Verpflegung im Ziel, sehr spartanisch: Wasser, iostonische Getränke, Bananenscheiben und irgendwelche undefinierbare Stücke (aufgeschnittene Riegel). Ich bedanke mich bei den Pace Makern für die Betreuung der ersten 24km, ich musste eine Einzelkabine an der Strecke aufsuchen.

Axel macht noch schnell ein Finisherfoto und dann nichts wie weg.

 

 

Wir suchen uns ein Restaurant in der Nähe, es ist warm und wir können draussen sitzen. Schnell den Kohlenhydratspeicher auffüllen, Flüssigkeit tanken und dann zurück in Axel's Wohnung und ausgiebig duschen.

 

Zwei Schmunzler aus dem offiziellen Läufermagazin zum 7. IWB Basel Marathon:

 

 

Umkleiden und Duschen: am Sonntag ab 6:30 Uhr im Gymnasium Leonhard Eingang Leonhardsstrasse abzuholen.

 

Wertsachendepot: Allen Läufern steht während des Rennes ein Wertsachendepot zur Verfügung bei dem Portemonnaie, Schlüssel und Handy sicher verwahrt werden können. Wir bitten um Verständnis, dass weitere Gegenstände aus platztechnischen Gründen nicht angenommen werden können.

 

Resümee:

 

 

 

Basel ist eine tolle Stadt. Ich hatte dank meinem Freund Axel ein klasse Wochenende, aber zum Marathon muss ich nicht hierher kommen. Basel bietet kein Marathonerlebnis!!