Die Amis sind (sport)verrückt!

  • Die Amis sind (sport)verrückt!

37. Bank of America Chicago Marathon (12.10.2014)

 

Berlin muss mit etwas über dreitausend Helfern auskommen, in Chicago sind mehr als zwölftausend Helfer also ca. 24.000 helfende Hände an der Strecke. Der Start- Zielbereich ist optimal organisiert und selbst für 40.000 Finisher sind die Wege kurz und die Verpflegung üppig.


Wer nicht als Volunteer unterwegs ist, steht an der Strecke und jubelt den Läufern zu. London war laut – Chicago hat das noch getoppt! Unglaublich! Die Amis sind sportverrückt.


Um 7:30 Uhr erfolgt bei perfektem Laufwetter der Startschuss im Grant Park. Die Trasse ist breit und wir kommen sehr schnell ins Lauftempo. Das ist auch gut so, denn bei 7 Grad Celsius käme man mit kurzen Hosen und Shirt auch schnell ins frösteln. Nach dem Start geht es Richtung Norden, durch Downtown nach Lincon Park und ab km 11 wieder zurück nach Downtown.


in Höhe der 20 Kilometer Marke kommt schnaufend eine Belgier an mir vorbei und fragt: „are you Belgian?“ Na klar. Ich laufe in einem Deutschland Trikot. Liegt ja nicht so weit auseinander und die Farben stimmen ja auch! Wen interessiert beim Laufen schon die Reihenfolge der Farben auf der Flagge?


Bis km 25 geht es nach Westen, dann wieder zurück. Die Laufstrecke ist in Sternform angelegt und führt mehrfach wieder in die Innenstadt. Die gesamte Strecke ist sehr eben und weist nur ein Höhenprofil von 89 m auf, eine Bestzeiten-Strecke. Mal schauen. Die Beine sind noch locker obwohl ich die letzten Tage nur bis  3 a.m. Ortszeit geschlafen habe.


Bei km 30 „torkelt“ ein Läufer gegen einen Brückenfeiler. Noch bevor ich helfen kann, sind zwei Polizisten beim „Opfer“ und leisten erste Hilfe. Zum Glück hat er sich nicht stark verletzt und  kann weiter laufen. Wahrscheinlich wurde er nur von der Sonne geblendet.


Jetzt geht es weiter Richtung Süden. Bei km 33 über den Chicago River. Die kleine Steigung kostet mich enorm viel Kraft. Während der Vorbereitung hatte ich einen Infekt und hatte zu wenig lange Läufe.  Die Beine werden fest. Irgendwie fehlen die letzten Körner.


Noch zehn knochenharte Kilometer liegen vor mir. Eine kurze Gehpause, eine Tube aktiv3 Liquid in den Mund, ein Blick auf die Uhr und weiter geht’s. Mein Tempo kann ich leider nicht mehr halten, aber mit einem 6er Schnitt könnte ich immer noch mit einer Bestzeit finishen. 


Bei km 38, nach einer Linkskurve habe ich freien Blick auf Downtown, das Ziel kommt mit jedem Schritt näher. Die Stimmung steigt. Kilometer 40 und ich fühle mich wieder frischer. Die letzten 400 m. Rechtskurve und die letzte „Steigung“. Linkskurve. Noch 200 m und dann ins Ziel auf dem Columbus Drive. PB 3:40:55


Der Zielbereich ist sehr großzügig  aufgebaut (geht über 4 Blocks), kein Stress! Die Verpflegung ist vorbildlich und die Betreuung sowieso. Vielen Dank an die Helfer und die Organisatoren. Das war eine tolle Laufveranstaltung, ein super Major. Da macht ein Wiederkommen bestimmt Spaß.

 

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