Mainova Frankfurt Marathon - 30. Oktober 2016

Frankfurt Marathon, endlich am Ziel!

 

Meinen erster Marathon wollte ich 2006 in Frankfurt finishen, leider musste ich damals mit Schmerzen an der Achillessehen abbrechen und fürchtete niemals einen Marathon zu beenden. 2015 war ich zwar gemeldet, aber wegen einer Erkältung nicht gestartet. Nun 10 Jahre später, beim dritten Anlauf kann ich Vollzug melden. Endlich geschafft!!

 

Kurz vor dem Startschuss:

 

Meine Familie läuft Staffel und ich die volle Strecke. Wir treffen uns vor der Festhalle und ich mache noch schnell ein Foto von den Lieben. Nach dem Blick auf die Uhr werde ich leicht panisch. 9 Uhr 40. Trainingsklamotten ausziehen, AR Shirt anziehen, Beutel abgeben und Richtung Startbox laufen. Warm laufen - zeitlich etwas knapp - fällt aus. Fünfzehntausend Starter drängeln sich im Startbereich. Es ist eng, wir stehen Schulter an Schulter. Die Stimmung ist hervorragend und schon werden die letzten 10 Sekunden rückwärts gezählt. Der Startschuss fällt und die Karawane setzt sich langsam in Bewegung. Nach 500 Metern die erste Kurve, links ab in die Mainzer Landstraße, ich komme fast zum Stehen, so eng ist es noch. Nach gut einem Kilometer Strecke läuft alles rund. Geplante Pace passt und ich beginne das Laufen zu genießen.

 

 

 

 

  • Mainova Frankfurt Marathon - 30. Oktober 2016

Die ersten 13 Kilometer bewegen wir uns in der Innenstadt (Hibb de Bach), viele Richtungswechsel, dadurch sehr abwechslungsreich, auch sind schon viele Zuschauer an der Strecke. Die Laufstrecke führt von der  der Konstabler Wache zur Alten Brücke nach Sachsenhausen (Dripp de Bach= südlich des Mains), dort in westlicher Richtung auf dem Schaumainkai in die Schweizerstrasse und von hier Richtung Galopprennbahn. Bei Kilometer 17 erreichen wir den Stadtteil Niederrad. Am Straßenrand stehen Stühle, Polstermöbel laden zum Verweilen ein und ab und zu wird gegrillt. Das Publikum ist gutgelaunt, Tröten, Kuhglocken und Trillerpfeifen treiben die Läufer an.

 

Der Aufstieg zur Schwanheimer Brücke kennzeichnet km 24. Nun sind wir in Nied. Ein etwas dörflicher Stadtteil von Frankfurt, enge Straßen und ich habe das Gefühl, ich könnte versehentlich in eine Kuhflade treten. Auch hier klasse Stimmung, die letzte Unterstützung vor der berüchtigten Mainzer Landstraße ab Kilometer 30.

 

 

4 Kilometer geradeaus (Mainzer Landstraße), „keine Unterstützung!“, die ersten Läufer gehen. Meine Motivation geht auch leicht zurück, ich reduziere mein Lauftempo und  freue mich auf Veränderung. Nach Links Richtung Galluswarte und Europaviertel bis wir bei Kilometer 37 wieder auf der Mainzer Ldstr. laufen. Jetzt erwartet mich der Cheering Point von "Adidas Runners Frankfurt." Hier ist das Tagesmotto:  "Lass die Affen aus'm Zoo." Beim Abklatschen wird mir fast der Arm abgerissen. Die anfeuernden Laufkollegen sind unglaublich, nicht nur laut sondern auch motivierend. Das gibt noch mal Körner für die letzten 5 KM durch die Innenstadt.

 

 

Ziellinie in der Festhalle

Beste Stimmung  an der Hautwache und am Opernplatz treibt mich Richtung Ziel. Am Platz der Republik der letzte Richtungswechsel vor dem Einlauf in die Festhalle. Die Profis sprinten hier meistens um die Plätze, ich genieße einfach nur die letzten Meter und bereite mich emotional auf den roten Teppich vor. Der Hammermann kommt immer näher, nur noch 200 Meter bis zur Ziellinie. Hier müssen tatsächlich noch ein paar Spinner sprinten!

 

Auf dem roten Teppich in der gudd stubb die letzten Meter, rechts und links Cheerleader und jede Menge Fotografen (Verkehr wie auf der A3). In der Halle ist der Geräuschpegel natürlich hoch, das ergibt eine ganz spezielle Stimmung und ist bestimmt einzigartig. Leider kommen ständig neue finisher und jeder muss die Halle schnellstens verlassen. Das ist nachvollziehbar aber auch schade, ich hätte die Stimmung gerne noch etwas auf mich wirken lassen.

 

 

Nun der einzige negative Punkt am heutigen Tag. Drängelgitter hinter dem Ziel! Stau vor der Medaillenausgabe! Aggressive Stimmung bei den finishern!!! Die kann ich sehrgut nachvollziehen, von hinten wird gedrückt und vorne kommt das Nadelöhr. Hier müssen wir alles durch. Bitte nächstes Jahr wieder auf die Gitter verzichten, wir Läufer sind doch diszipliniert.

 

Was haben wir gelernt? Nach der Belastung nicht sofort stehen bleiben, sonst kann das Herzkreislaufsystem zusammenbrechen, sondern weitergehen. Pustekuchen – Stau.

 

In Frankfurt den Marathon zu Laufen, quasi vor der Haustüre, war eine tolle Sache. Im Anschluss die Finisherparty mit Freunden und der gesamten Familie zu feiern ist nochmal etwas ganz besonderes. Somit jede Menge Glücksgefühle es endlich geschafft zu haben. Danke an die Organisatoren und die vielen Helfer. Ihr habt einen tollen Job gemacht.

 

 

 

 

  • Ziellinie in der Festhalle