The (34th) Authentic Athen Marathon

  • The (34th) Authentic Athen Marathon

120 Jahre nach dem ersten olympischen Marathon, hat sich die Veranstaltung zu einer festen Größe im internationalen Marathon Zirkus etabliert. Der Marathonlauf ist auf 18.000 Läufer begrenzt. Am Wochenende starten jedoch ca. 50.000 Läufer bei verschiedenen Veranstaltungen.

„Athens Marathon-The Authentic“ ist ein Markenname geworden. Die Strecke ist Weltkulturerbe, die Kilometerschilder sind fest montiert. Die Läufer starten im Stadion von Marathon und erreichen das Ziel im Panathenaic Stadion in der Innenstadt Athens, in Sichtweite der Akropolis.

 

Für die Olympischen Spielen 2004 wurde die „staubige Landstraße“ zu einer vierspurigen Schnellstraße ausgebaut, die Asphaltdecke ist perfekt zum Laufen, allerdings bis kurz vor dem Ziel  ist die Strecke nahezu schattenfrei!

 

Die Läufer werden mit Bussen aus der Innenstadt zum Start nach Marathon transportiert. Ich erreiche den Stadionbereich bereits vor 7 Uhr, noch vor Sonnenaufgang, es ist windig und kalt. Nach Sonnenaufgang steigen die Temperaturen nur langsam. Die Kleiderbeutel werden bis ca. 8:30 Uhr angenommen, somit kann ich meine warme Trainingsjacke weiterhin tragen und muss mich erst spät umziehen.

 

Auf dem Rasen im Stadion bildet sich etwa eine dreiviertel Stunde vor dem Start ein „Warmlaufkreis“. Immer mehr Läufer schließen sich dem Kreisel an, außen die langsameren Läufer und innen 30-35 „Gazellen“, beidseitigen Geschlechts. Mir ist jetzt schon klar: hier laufen die Sieger!

 

Wir werden per Lautsprecher aufgefordert uns im Startblock einzufinden. Die Läufer sind in 10 Blocks aufgeteilt. Kurz vor dem Start dröhnt „Zorba’s Dace“  aus den Lautsprechern und fast jeder klatscht den Rhythmus mit. Um 9 Uhr erfolgt der Startschuss bei angenehmen 15 Grad Celsius.

 

Die ersten 4 km auf der Marathon Avenue sind abschüssig, gefolgt von einer Schleife um das Kriegerdenkmal der gefallenen Athener Soldaten. Zuschauer reichen den Läufern Olivenzweige als Symbol für Frieden. Ich legen meine Zweig in der Nähe des Grabmahl ab, die meisten Läufer tragen den Zweig bis ins Ziel.

 

Die Temperatur steigt jetzt sehr schnell an, bei km 8 erreicht das Thermometer bereits 20 Grad, kurze Zeit später sogar 25 Grad. Von  km 11 bis 31 ist die Strecke wellig, insgesamt 325 Höhenmeter. Schatten ist Mangelware, zum Glück ist es ab km 18 windig. Gegenwind! Verpflegungsstationen sind alle 2,5 km, das empfinde ich als optimal.

 

 

Bei km 28 Laufen wir durch  Pallini und überqueren die Stadtautobahn als Grenze zu Athen. Jetzt nimmt die Anzahl  der Zuschauer  zu. Die Stimmung an der Strecke wird besser. Das Interesse an den Läufern steigt. Viele Kinder, sie haben den 1,2 km Lauf bestritten, tragen stolz ihre Finisher Medaille um den Hals und klatschen die Läufer ab.

 

 

Km 31 ist nochmal eine Herausforderung mit einer langen Steigung, dann ist es aber auch schon geschafft. Die letzten 10 km sind abschüssig oder mindestens flach. Die letzte Anstrengung bildet die Unterführung der „Katehaki Brücke“ (fertiggestelle 2004, konstruiert von Santiago Calatrava).

 

Jetzt bleiben nur noch 4 km zum Genießen, im Stadtzentrum gibt es endlich auch Richtungswechsel und die Zuschauer stehen erstmals dicht gedränkt. Die letzte Kurve, wir laufen auf der Hrodou Attikou Strasse, rechts vorbei am Präsidenten Palast und dem National Garden (das ist der einzig beschattete Teil der Strecke). Es folgt der Einlauf in das  ehrwürdige Panathenaic Stadion und schon bin ich im Ziel. Schade, das ging jetzt viel zu schnell zu Ende. 

 

 

 

Die Laufstrecke ist gefühlt nur geradeaus, sehr monoton. Ich visualisiere immer wieder den Zieleinlauf um mich bei Stimmung zu halten. Starker Gegenwind, Sonne pur und die gesamte Strecke ohne Schatten fordert eine hohe Disziplin bei der Getränkeaufnahme. Ich nehme an jeder Verpflegungsstation eine Flasche Wasser, trinke und schütte mir den Rest über den Kopf. 

Die letzten km und der Einlauf in das Panathenaic Stadion entschädigen allerdings für die Anstrengung. Die Organisation ist nahezu perfekt. Als Läufer kann man die Atmosphäre auf den letzten Kilometern und im Zielbereich genießen. Ich finde, jeder Marathon Läufer sollte diese „original Strecke“ einmal in seinem Leben gelaufen sein. Mit dieser Meinung stehe ich wohl nicht alleine.

 

Ein Zitat von Haile Gebreselassie, vom 11. Nov.2016

 

„I want to run this marathon, to be at the starting line and feel the atmosphere. Of Course, I don’t promise to do it as a competitor, but as a fun runner. We’ll see, you never know.”

 

zur Bildergalerie