Beweg’ Dich oder Du wirst krank!

 

Kaum ein Bundesbürger weiß die richtige Antwort, wenn es um das gewichtsmäßig größte Organ unseres Körpers geht. Schlimm genug, beweist es doch, wie weit wir uns schon von unseren natürlichen Wurzeln entfernt haben.

 

„Mein Körper und ich- 2 flüchtige Bekannte“, als weit verbreitetes Lebensmotto. Nun, die Frage galt unserer Skelettmuskulatur, die beim Mann bis zu 45% und bei der Frau bis zu 35% des Körpergewichts ausmacht. Dies gilt zu mindestens bis ca. zum 30. Lebensjahr. Danach geht’s bei den Inaktiven mit deren Muskelmasse unweigerlich bergab, die dann jährlich um ca. 1% schrumpft. Die Natur schlägt zurück, gemäß ihrem uralten Funktionsprinzip: Was nicht gebraucht wird, bildet sich zurück oder geht zugrunde.

 

Weißt Du noch als Bewegung sprichwörtlich unseren Alltag bestimmte? So legte vor ca. 100 Jahren hierzulande jeder Erwachsene mangels Motorisierung und Automatisierung im Durchschnitt pro Tag sage und schreibe 20 km zu Fuß zurück. 1950 waren es immerhin noch täglich 10 km, 1985 kamen im Durchschnitt 1,7 km zusammen und 1995 1,3 km. Heutzutage bleiben als tägliches Bewegungsprogramm unter Alltagsbedingungen gerade einmal 500 bis 700 Meter übrig. Entschieden zu wenig, um unsere Skelettmuskulatur  bei Laune zu halten. Darüber sind sich sämtliche Sport- und Präventivmediziner längst einig. Tickt doch unser Erbgut nach wie vor auf Steinzeit-Niveau.

 

Logische Konsequenz:

 

Ausschließlich die Funktion bestimmt die Qualität der Struktur. Entsprechend warten Herz-Kreislauf-System, Energie- und Baustoffwechsel, Immunsystem und nicht zuletzt unsere Hirnzellen aktuell vergeblich auf den gesund erhaltenden Bewegungskick. Keine Frage: Chronischer Bewegungsmangel stellt damit ein größeres Krankheitsrisiko (!) dar als Rauchen oder hoher Blutdruck.

 

(Quelle:  Dr. med. Rudolf Ziegler, Chefredakteur Puls aktiv, 11. Jahrgang.)
http://www.pulsaktiv.de